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Press Reviews

Hommage an die Zero-Truppe: Eine Nacht lang wird der Gropius-Bau zum Performance-Raum

Es ist eine Hommage – der Zuschauer wird zum Teil der Performance. Und auch deshalb darf jeder machen, was er will, als das „work in progress“-Orchester und der Chor unter der Leitung von Gerhardt Müller-Goldboom zu seinem 20-minütigen D-Dur-Klang ansetzt. Die „Symphonie Monoton-Silence“ stammt von Yves Klein und ist mehr als einfach nur ein Ton. In Wahrheit spielen die Musiker nämlich drei Töne, den Grundakkord D-Dur, die Tonika d-fis-a. Und so klingt das Konzert dann doch vielschichtig und so gar nicht langweilig. Nach 20 Minuten nimmt der Dirigent die Hände hoch, der Klang verstummt und die Musiker versinken weitere 20 Minuten in Stille und Reglosigkeit. Das Zero-Konzept in Vollendung. 
Und tatsächlich verharrt Dirigent Müller-Goldboom volle 20 Minuten lang in einer „Hände hoch“-Position wie in einem Western. ...man hat das Gefühl, je länger die Stille dauert, desto intensiver wird sie. Und auch das ist Zero: Ein Konzert, bei dem man nichts hört, eine Begegnung ohne Bewegung und ein ästhetisches Erlebnis ohne Ereignis. Trotzdem: Erleichtertes Klatschen, als der Dirigent die Hände senkt und die Stille auflöst.

Eva Lindner, Berliner Morgenpost, 13.4.2015

Votre Faust

Abenteuerliche Perspektiven

Spielerisch darf das Publikum bei der Oper «Votre Faust» ins Geschehen eingreifen und es beeinflussen. Das Theater Basel zeigte das selten zu sehende Werk des Autors Michel Butor und des Komponisten Henri Pousseur – eine Grosstat.
Eindrücklich, wie der Dirigent Gerhardt Müller-Goldboom die aufwendige Partitur zusammenhalten konnte durch eine präzise Organisation der Aufführung mit dem Ensemble «work in progress – Berlin» und dem Vocalconsort Berlin.

Schlüsselwerk der Postmoderne

Im Gedächtnis haften bleibt die Begegnung mit einem grandiosen Schlüsselwerk der frühen Postmoderne, denn als das ist «Votre Faust» aus heutiger Perspektive zu sehen. Mit einer verrückten Musik, einem überwältigend dichten Amalgam von Musik und Sprache, musikalischer und theatralischer Anlage. Und mit einem Musiktheater-Werk, das nun endlich ins feste Repertoire der Opernhäuser gehörte, genauso wie die «Soldaten» von Bernd Alois Zimmermann.

Neue Zürcher Zeitung, 11.11.2013

Es ist ein Klassiker der modernen Musik und ein ungemein witziges Stück dazu. ... Die Basler Aufführung profitierte von der Professionalität der Berliner Sänger und Instrumentalisten, die von Gerhardt Müller-Goldboom mit seinem roten Dirigentenstab unermüdlich und souverän geleitet wurden.

Balser Zeitung, 11.11.2013

Musikalisch packt die Aufführung. des Ensembles "work in progress" und des Vocalconsorts Berlin unter Müller-Goldboom: Sie ist lebendig und höchst präzis. "Votre Faust" ist zurück auf der Bühne.

Basellandschaftliche Zeitung, 11.11.2013

Radikaler geht es nicht, man darf hoffen, dass sich dieses große Stück Musiktheater endlich durchsetzt. Und dann auch in Berlin nicht nur für drei Tage zu sehen ist. 

taz.die tageszeitung, 2.4.2013

So hat dieser Abend eindringlich demonstriert, wie in einer kompetenzfreien Demokratie durch permanente Verführung zum Eingriff der Weg zu einem guten Ende verdorben werden kann... Gnadenlos ließ diese Vorstellung nach vier Stunden ihr Publikum in einem Schlamassel zurück, den es selbst angerichtet hatte. 
FAZ Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3.4.2013

Gesungene Texte, Madrigal- und Webern-Zitate werden von Mitgliedern des Vocalconsort hochrangig beigesteuert. Das Ensemble work in progress sitzt U-förmig um die Spielfläche. Alles gut so. ...Ein Lehrstück durchaus über die Fehlfunktionen von Demokratie ... Eine Aufführung für die Annalen. 
Opernwelt 5/2013

... ein theaterrevolutionäres Jahrmarktspektakel... Skurril, anarchisch, klanggewaltig erforscht Pousseurs Musik abenteuerliche Räume jenseits aller Dogmatik. 
DIE WELT, 5.4.2013

Amüsant und voller anregender Fragen ...  ist „Votre Faust“ noch immer anregender als alles, was das Musiktheater der letzten 50 Jahre zwischen Henze und Lachenmann hervorgebracht hat. 
Berliner Zeitung, 2.4.2012

Publikum bimmelt Faust ins Verderben ... Ein interessantes Spektakel. 
BILD 2.4.2013

... In hübsch absurdem Jahrmarktambiente bieten das Vocalconsort Berlin und das Ensemble „work in progress“ dazu Pousseurs farbenreiche Musik dar, die mit eleganten Übergängen zwischen serieller Webern-Nachfolge und collagierten Zitaten aus 500 Jahren Operngeschichte für anspruchsvolle Zerstreuung sorgt. 
Der Tagesspiegel, 2.4.2012

... eine höchst amüsante Inszenierung im Radialsystem am Berliner Ostbahnhof, die in der ganzen Stadt mit tollen Plakaten beworben wurde. Die Folge: Der Saal war voll! ...eine stark parodistische Note, die köstlich ist. ... Den Spaß erhöhte noch die Tatsache, dass Avantgarde-Oper – zu der man 'Votre Faust' sicher zählen kann – ein anderes Publikum anzieht als Standardrepertoire, d.h. es liefen im Radialsystem auffallend viele, sehr attraktive junge Menschen herum, die ich gern mal in den drei regulären Opernhäusern Berlins sehen würde. 
www.klassik.com, 2.4.2013

Lydia Brotherton, Kerstin Stöcker, Kai-Uwe Fahnert und Martin Schubach (alle vom Vocalconsort Berlin) sowie die Musikerinnen und Musiker des Instrumentalensembles work in progress-Berlin leisteten schier Unglaubliches... 
kultura-extra.de, 1.4.2013

Am zweiten Abend ... gab es ... am Ende dann für „Euren“ also „Unseren Faust“ ungetrübten Applaus. 
nmz.de, 1.4.2013

Eine derart interaktive Oper hat es auf Berliner Bühnen so wohl noch nicht gegeben. 
RBB-Fernsehen, Abendschau, 31.3.2013

Völlig aus dem Ruder gelaufen: Die ästhetische Öffnung, die Pousseur vorschwebte, hat sich heute auf ganz andere Weise ihren Weg gebahnt. Das „anything goes“ hat keinen Ort kritischer Intervention mehr. 
Deutschlandfunk, 2.4.2013, 17:30

Tempelhof Broadcast

Berlin Diary: Community Music-Making on a Huge Scale

The scene this last weekend in downtown Berlin at the old Tempelhof airfield was as wild and chaotic, and as musically joyous as one could imagine — and as Lisa Bielawa had hoped.

Bielawa is a composer, singer, choral director, and, under still other fedoras, a Christo-like impresario, who alights here and there around the world to experiment with music in public spaces. Last weekend, she drew 230 musicians from to play out an idea for a series of three 60-minute concerts on the grass and runways of this former US Air Force base, now a 900-acre park, a few minutes from “Checkpoint Charlie.”

The music used in the event was based on Bielawa’s Tempelhof Etude, a 20-minute piece she wrote and then, as she put it, “learned from, messed with, and expanded into a one hour concert piece.” The piece was designed to articulate sound over long distances and so includes “utterances and silences.”

The performance began with all the musicians gathered at a central point on the field and then slowly dispersing, in a big bang effect. By the end of the concert, the mass had divided into two groups about a kilometer apart. The choreography is complex and closely tied to wind. “It gets very geeky,” said Bielawa.

“I’m all blissed out,” she said. “Just stunned. I think everyone felt an enormous amount of just magical energy.

 Mark MacNamara, San Francisco Classical Voice, May 15 2013

 

The Presence of the Unconventional

The Ensemble work in progress - Berlin

work in Progress - Berlin consistently ensures that the unconventional and the exceptional are given their due in the realm of new music. By including works of well-known composers alongside those which are less well known, the ensemble’s concert performances reflect, critically, on the relationship between performance practice and musical repertoire.

Vera Emter, Positionen, August 2011

The best “Butterfahrt” yet

work in progress - Berlin not only ranks among the most experimental and adventurous of ensembles in Germany, it is also among the best-known ensembles of its kind. … This evening’s performance is the most successful of the “Butterfahrt” concert series. … Gabriel Pareyon’s “Mokhäh” is even more compelling. The interweaving of the French horn and the clarinet, and the manner in which the strings feel out the musical structure, repeatedly coaxed forward by clear piano passages, is entirely mesmerizing.

Steffen Georgi, Leipziger Volkszeitung, 24 June 2011

Multi-dimensional continuity

Silvia Fómina’s commissioned works for work in progress – Berlin

Premiere at the Berlinische Galerie, 28 November 2010

Silvia Fómina developed her notion of a “multidimensional continuity” created by polyrhythmic superimpositions based on her research in musical ethnology and her travels, including her visits to the pygmy peoples of the central African rainforest and to south-east Asia. This concept was also evident in the two premieres by the ensemble work in progress – Berlin, performed under the direction of Gerhardt Müller-Goldboom. Segments of folkloric material from central Asia shimmered as though being viewed through a kaleidoscope in the short piece titled “Seidenstrasse.” In “Angehaltene Zeit,” a piece for voice, trumpet, trombone, cello, accordion, and percussion, and in “Zuspielung” (2010), Fómina incorporated elements of flamenco as well as music from the Arabic and Sephardic Jewish traditions. The vocal work was composed for the Spanish flamenco singer José Parrondo, and captures the spirit of the 1980s: “We must walk barefoot / naked as we flee / a refugee without a destination / so that we may never be lost.”

Walter-Wolfgang Sparrer, Neue Zeitschrift für Musik, January 2011

Deep Blue comes out on top

The victory of artificial intelligence over human reason: Mark Andre’s musical theater “22, 13” at Berlin’s Radialsystem

Although a technically-demanding work, the Berlin-based ensemble work in progress, headed by Gerhardt Müller-Goldboom in cooperation with the staff of the Freiburg Experimentalstudio, succeeded in delivering a fabulous performance that surpassed the premiere in terms of both musical precision and emotional acuity.

Julia Spinola, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19 January 2010

Bold images of the tragedies of listening

A concert by the ensemble “work in progress – Berlin” illuminates the fruitful collaboration of Luigi Nonos and Emilio Vedova

SPainters and musicians have only rarely engaged in such direct collaboration as have Emilio Vedova and Luigi Nono. Now Gerhardt Müller-Goldboom and his ensemble “work in progress” have illuminated important aspects of their long friendship and fruitful collaboration. They have done so in a retrospective at the Berlinische Galerie that pays tribute to the Venetian painter and sculpture one year after his death. … The fragmentary and ambiguous aesthetic of “Guai ai gelidi mostri” (“Woe Betide the Cold Monsters”), a work for two altos, an instrumental ensemble, and live electronics composed shortly before “Prometeo” … reveals itself as a restrained, fragile and elusive entity: the voices of Dorothe Ingenfeld and Ulrike Bartsch are virtually imperceptible, audible only by means of their tonal contrast, elevated to a chorus of the imagination through the live electronic music — embedded, rather, in the overall effect — the voices are a delicate diffusion punctuated by a piercing trumpet, a grinding bow of the strings, a stertorous tuba and a darkly luminous bass clarinet. The snarled river of sound is lent structure by fierce accents and exclamations, by the fourths and fifths, the sounds of breathing and of nature, which together imbue the work an element of the archaic. The result is a work of unparalleled sensitivity and nuance.

In between these “auditory visions”, whose complexity could only be grasped on the most elemental of levels, Müller-Goldboom inserted Nono’s “Sarà dolce tacere” for eight solo vocalists (1960), again in tribute to the two artists. … The austere beauty of these superimposed voices, masterfully captured by Vocalconsort Berlin, served to further highlight the passionate, and at times almost overwhelming, gesture.

Isabel Herzfeld, Neue Musikzeitung, May 2008

Additional excerpts

…rediscovering Bussotti, as we said, is an accomplishment. … We were treated to a range of instrumental pieces, featuring various moods and instrumentation, competently performed by the ensemble work in progress – Berlin under the direction of Gerhardt Müller-Goldboom.

Klaus Georg Koch (Berliner Zeitung)

… at the Wiener Seccession, the ensemble work in progress – Berlin , under the direction of the pianist, composer and conductor Gerhardt Müller-Goldboom … with transparency, multilayered dynamics, and a keen sense for exciting entries ... succeeded in creating a masterful character study of musical tempi, while lending the composition an unusually light and spontaneous spirit … As a means of raising awareness about the music of the present-day, this was an eminently important evening — one which succeeded in its effort to call attention to the music of our day.

Laszlo Molnar (Der Standard, Vienna)

It is a genuine stroke of luck ... Gerhardt Müller-Goldboom conducting Boulez’s “Marteau sans maître.” Our intellectual appreciation for Boulez’ stern and yet emotionally powerful 1977 work was measurably increased …

Das Orchester, Mainz

“NAHT (yo no pido a la noche explicaciones)” by Philipp Maintz is a truly fascinating piece, featuring trembling and fragmentary lines encircling a single pitch. The melodic cohesion remains ever at the brink of fragmentation, but is always skillfully brought back by the reappearance of a rough-edged and seemingly disconnected voice, a contrast that is particularly illuminated when counter-posed with Cage’s pointillism. The final installment was Tristan Murail’s “La barque mystique,” a richly ornamental and restless piece … the ensemble is well-worthy of support for its rigorous and ongoing artistic engagement.

Wolfgang Fuhrmann (Berliner Zeitung)

Two restropective performances on the second evening rank among the musical highlights of the festival. “work in progress – Berlin,” an ensemble under the direction of Gerhardt Müller-Goldboom, presented a portrait dedicated to Morton Feldman that featured several works dating from the early 1960s — a masterful performance marked by immense focus, tonal instinct, and an exceptional interpretive ethos.

Carsten Häcker (Positionen)

This live recording by the Berlin-based work in progress ensemble is already six years old – but, better late than never. Jakob Ullmann’s half-hour “Komposition à 9 – Palimpsest” ... is a substantive example of new ensemble music: largely monotone (in the literal sense of the word) in its treatment of the vocal line …, extremely edgy, with the instrumentation often clinging to the brink of the tonal spectrum, yet linked by an over-arching cohesive tension despite its wealth of detail. The early Hespos work is unexpectedly light and delicate … with an interplay of solo interventions that, taken together, elicit a collective response; Bruno Maderna’s “Serenata per un satellite” is delicately appealing with its dry and sparkling timbres …

pnw (Dissonanz)

Similar to Cy Twombly’s mysterious, obliterated objects on a canvas of white, this music likewise generates a space in which the purity of sound comes into its own … In the Feldman, the listener is called to remain on the surface of the sound, rather than descend into its depths, deriving the utmost enjoyment from the interplay of instrumental color while achieving an intensity of appreciation otherwise impossible to gleen. It is listening at its most elemental, with a simplicity and beauty capable of moving one to tears.

Bernd Feuchtner (Der Tagesspiegel)